Dieter Motschmann
Bilder aus Polen: Ein wenig Geographie



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Die Geographie

Polen unterteilt sich in mehrere gut zu unterscheidende Naturräume. Der nördliche Teil ist vorwiegend flach und von den letzten drei Eiszeiten geprägt. Das südliche Drittel des Landes wird durch alte Mittelgebirge (Sudeten/Riesengebirge) und jüngere alpidische Faltengebirge (Karpaten/Tatra) gebildet.

Das polnische Tiefland weist im Norden ein kräftiges, zum Süden zunehmend ein ausgeglichneres Profil aus. Dies liegt an der Abfolge der Eiszeiten und ihrer unterschiedlichen Ausdehnungen. In der ältesten, der Elster-Kaltzeit (zlodowacenie krakowskie/Krakauer Kaltzeit) stieß das Eis vo Norden her über die Ostsee bis an den Fuß der Beskiden und Karpaten nach Süden vor.
Der folgende Vorstoß der Saale-Eiszeit (zlodowacenie srodkowopolskie/mittelpolnische Vereisung) überdeckte die Ablagerungen der Elster-Kaltzeit, drang aber nur bis Kleinpolen/Malopolska bzw. bis zur Lubliner Hochfläche vor. Der bislang letzte Eisvorstoß der Weichsel-Kaltzeit (zlodowacenie baltyckie/baltische Vereisung) bedeckte nur den Norden Polens, etwa 50% Polens blieben dabei eisfrei.
Die Ablagerungen der ältesten Eiszeit im Süden sind der Erosion am längsten ausgesetzt und dementsprechend wurden viele Täler längst eingeebnet, Höhen abgetragen. Sand- und Lößablagerungen haben das Relief ausgeglichen gestaltet. Zum Norden hin ist der Formenschatz im Jungmoränengebiet aus der Weichsel-Eiszeit erst seit etwa 14000 Jahren eisfrei und noch völlig erhalten. Diese Gebiete umfassen verschiedene Seeplatten (Pommersche Seenplatte/Masurische Seenplatte) sowie die höchsten Erhebungen des polnischen Tielflandes (Pommersche Schweiz/Kaschubische Schweiz).

Die Gebirge Polens haben verschiedene Alter. Die Mittelgebirge (Sudeten) sind alte (variszische) Faltengebirge, die schon weitgehend abgetragen und unter Sedimenten begraben, im Tertiär mit den Alpen nochmals gehoben wurden und deren Rumpf jetzt freigelegt ist. Die höchste Erhebungen erreichen 1600m.
Die Karpaten (Beskiden / Tatra) sind junge (alpidische) Faltengebirge, die im Grundaufbau den Alpen vergleichbar sind. Marine ud festländische Sedimente wechseln in Ost-West verlaufenden Streifen, die Erosion hat parallele Längstäler eingeschnitten. Sie erreichen Höhen von 1300m in den Beskiden und über 2600m in der Hohen Tatra an der Grenze mit der Slowakei.
Sowohl in den Sudeten, als auch in der Tatra finden sich Relikte eiszeitlicher Vergletscherung.

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Das Klima

In Polen herrscht ein gemäßigtes Klima, das nach Osten hin zunehmend kontinentaler wird. Im Westen wird es noch durch den Golfstrom an der Westküste Europas beeinflusst, im Osten weist aber eine schon deutlich höhere Temperaturamplitude auf. Die Sommer sind heiß und die Winter sehr kalt. Die Wachstumsperiode wird nach Osten hin immer kürzer, die Winter dauern länger.
Die Durchschnittstemperaturen im Januar reichen von 0 °C im Westen bis zu -5 °C im Süden und Osten. Im Sommer nehmen die Durchschnittstemperaturen nach Nordwesten hin ab, von etwa 20 °C im Südosten bis rund 17 °C an der Ostsee. Die höchsten Temperaturen können über 40 °C liegen, im Winter können Tiefstwerte von -42 °C erreicht werden.
Die durchschnittliche Niederschlagsmenge beträgt nur etwa 600 Millimeter; in den Gebirgen liegt sie um 1300 Millimeter, in den Ebenen um 500 Millimeter. Das Niederschlagsmaximum liegt im Sommer.

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Flora und Fauna

Etwa ein Drittel Polens ist bewaldet. die meisten Wälder sind aus Nadelwälder, die Kiefer ist vorherrschend. Seltener sind Eichen-Hainbuchen- oder Buchenwälder. In den zahlreichen Feuchtgebieten dominieren Erlen, Weiden und Pappeln. Viele ehemalige Waldflächen wurden zugunsten der Landwirtschaft abgeholzt. Ein Großteil ist durch Luftverschmutzung geschädigt, vor allem in den südlichen Gebirgen. Polens Tierwelt ist sehr artenreich. Große Flächen des Landes sind als Nationalparks ausgewiesen, in denen unter anderem noch Elche, Luchse und Wisente vorkommen. Im Nationalpark Bialowieza an der weißrussischen Grenze gibt es noch Europäische Bisons. In den Hoch- und Mittelgebirgen kann man auf Wanderungen noch Wölfen und Braunbären begegnen. In den feuchten Niederungen leben noch viele Schwarzstörche.

Storch Bison im Zoo von Katowice
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Bevölkerung

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 38 Millionen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte liegt bei 123 Einwohnern pro Quadratkilometer. Seit 1990 beträgt das durchschnittliche Wachstum etwa 0,3 Prozent. Die Verstädterung hat seit dem Ende des 2. Weltkrieges zugenommen; mittlerweile leben etwa 64 Prozent der Bevölkerung in Städten. Es gibt über 40 Städte mit mehr als 100 000 Einwohnern, die größten sind die Hauptstadt Warszawa (Warschau, 1,64 Millionen Einwohner), Lódz (830 000), Kraków (Krakau 750 000), Wroclaw (Breslau, 640 000), Poznan (Posen, 580 000), Gdansk (Danzig, 460 000), Szczecin (Stettin, 420 000), Bydgoszcz (Bromberg, 380 000), Katowice (Kattowitz, 360 000) und Lublin (350 000).

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Letzte Änderung dieser Seite: 01.01.2004