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Die erste polnische Teilung Preußen und Österreich begehrten polnische Gebiete und übermittelten der russischen Regierung den Vorschlag, Polen unter sich aufzuteilen. Russland stimmte dem Plan zu. 1772 wurde der Vertrag zur Teilung Polens in Sankt Petersburg unterzeichnet. Nach diesem Abkommen erhielten Russland, Österreich und Preußen große Teile des polnischen Territoriums; Polen verlor dabei ein Viertel seiner Fläche. Die Teilungsmächte nannten das Land jetzt Polnische Konföderation. Die Zustimmung des Sejms wurde größtenteils erkauft. Trotz der politischen Beschränkungen, denen die Polnische Konföderation unterlag, machte das geschwächte Land in den Jahren nach der Teilung auf verschiedenen Gebieten einige Fortschritte. Das Schulwesen wurde säkularisiert und völlig modernisiert. Nach dem Tod Friedrichs II. von Preußen 1786 kühlten die Beziehungen zwischen Preußen und Russland ab. Mit preußischer Unterstützung leiteten polnische Patrioten im Sejm 1788 durchgreifende Reformen ein und erarbeiteten eine neue Verfassung. Diese Verfassung machte Polen zu einer erblichen Monarchie; die Regierung wurde gestärkt und liberalisiert. Gegen den Widerstand eines Teiles der Adligen wurde sie am 3. Mai 1791 verabschiedet. Sie war die erste geschriebene Verfassung Europas. Die zweite und dritte polnische Teilung
Im Mai 1792 bildete sich die Konföderation von Targowica, in der sich der Adel Polens mit Russland verbündete und die Reformer mit Waffengewalt zwang, die Verfassung zurückzunehmen.
Im Oktober 1794 jedoch gewannen die Russen die Entscheidungsschlacht bei Maciejowice, etwas südlich von Warschau. Die russischen Truppen unter Feldmarschall Alexandr Suworow marschierten im November in der Warschauer Vorstadt Praga ein und töteten einen großen Teil der Einwohner. Warschau wurde daraufhin übergeben, und innerhalb weniger Wochen kapitulierten auch die übrigen Revolutionstruppen. König Stanislaus II. Poniatowski dankte am 25.11.1795 ab und ging ins Exil. Die Siegermächte einigten sich zwischen 1795 und 1797 über die Verträge über die Dritte Polnische Teilung. Nach den Teilungsverträgen bekam das Russische Reich etwa die Hälfte des noch verbliebenen Gebiets, Preußen und Österreich erhielten jeweils etwa ein Viertel. Damit verschwand Polen von der europäischen Landkarte. Das geteilte Polen bis zur Unabhängigkeit Nach der Dritten Polnischen Teilung blieb das polnische Volk für fast 125 Jahre unter Fremdherrschaft. Während der napoleonischen Kriege versprach Napoleon, den polnischen Staat wiederherzustellen, und Tausende von Polen dienten ihm in seinen Armeen. Mit dem Vertrag von Tilsit schuf er 1807 das kleine Herzogtum Warschau aus Gebieten, die Preußen 1793 und 1795 von Polen genommen hatte. Zwei Jahre später zwang Napoleon Österreich, Westgalizien an das Herzogtum abzutreten. Er gab dem Staat eine liberale Verfassung, tat aber sonst kaum etwas für die Polen, trotz ihrer Unterstützung bei seinem Russlandfeldzug 1812.
1815 wurde der Wiener Kongress einberufen, um eine neue europäische Friedensordnung nach dem endgültigen Sieg über Napoleon zu entwerfen. Er schuf aus etwa drei Vierteln des Gebiets des Herzogtums Warschau ein Königreich Polen (Kongresspolen) und vereinigte es in Personalunion mit Russland. Krakau wurde Freie Stadt, der Rest Polens wurde zwischen Russland, Österreich und Preußen aufgeteilt. Der russische Zar Alexander I. gab dem neuen Königreich 1815 eine liberale Verfassung. Die polnischen Nationalisten riefen bald eine breite Unabhängigkeitsbewegung ins Leben.
In die Armeen Russlands und der Mittelmächte eingezogen, kämpften im 1. Weltkrieg Polen gegen Polen. Nach dem Sturz des Zaren im März 1917 erkannte die provisorische Regierung Russlands das Selbstbestimmungsrecht Polens an. Mit dem Zusammenbruch der Mittelmächte im Herbst 1918 war der Weg für eine Wiedererrichtung des polnischen Staates offen. Am 11. November wurde die Republik ausgerufen, und im Januar 1919 bildete sich eine unabhängige Regierung. |
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